Fins – Fluch oder Segen (Teil 2)

(bas/CvD) Handelte der erste Teil des Artikels Fins – Fluch oder Segen (Teil 1) in erster Linie von den Vor- oder Nachteilen ihres Einsatzes im Schwimmtraining, wollen wir hier nun einige verschiedene Modelle vorstellen und Tipps zur Auswahl geben.

Flossen für den Tauchsport sind wesentlich länger als Fins und besitzen ein härteres Blatt

Klassische Trainingsflossen mit weichem Blatt eignen sich am besten für den Schwimmunterricht

Klassische Trainingsflossen mit weichem Blatt für den Schwimmunterricht

Kurz-Fins

Fins – die Flossen mit dem kurzen Blatt

 

 

 

 

 

 

Der Sportartikelfachhandel bietet eine enorm breite Palette der unterschiedlichsten Flossen an. Da kann man als Newbie schon einmal schnell den Überblick verlieren.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Fins und Flossen. Unter Fins versteht man im Schwimmsport „Flossen“ mit kurzem Blatt. Flossen wiederum warten mit einem wesentlich längeren und speziell versteiftem Blatt auf, das, je nachdem ob eher für den Freizeitsport oder speziell für den Tauchsport gedacht, aus relativ weichem bis zu sehr harten Materialien gefertigt sein kann.

Welche Fins für wen?

Cressi-Light-Kurzfins

Eine Besonderheit unter den Fins, die Cressi Rondine Light. Diese Kurzflosse mit härterem Blatt ist allerdings erst etwas für den fortgeschrittenen Schwimmer

Auch wenn es unterschiedliche Meinung dazu gibt – „normale“ Flossen, wie man sie aus dem Freizeitbereich kennt, sind für das Sportschwimmen nicht wirklich geeignet. Grund: Das im Vergleich zu den Fins längere und meist auch breitere Blatt verändert den Rhythmus des Beinschlages und beeinflusst somit die Gesamtkoordination insbesondere beim Freistil und Rückenschwimmen. Eine kleine Ausnahme bildet hier das Schmetterlingsschwimmen, da passt‘s dann meistens auch mit den etwas längeren Flossen.

Durch das längere Blatt und dem damit verbundenen größeren Wasserwiderstand wirkt zudem eine größere Kraft auf Fuß- wie auch auf Kniegelenke, was auf längere Sicht zu Beschwerden führen kann.

Werden trotzdem längere Flossen im Schwimmtraining eingesetzt, sollte man auf ein wirklich weiches, flexibles Blatt achten. Ist Stabilisierung der Körperposition rsp. Körperlage das Ziel, ist gegen den Einsatz solch längerer Trainingsflossen nichts einzusetzen, solange man keinen bewussten, starken Beinschlag schwimmt, sondern die Beine „nachschleppt“ bzw. das Gewicht der Beine von den Flossen tragen lässt. In allen anderen Fällen sind Kurzflossen bzw. Fins die bessere Wahl.

Welche Größe?

Fins werden in Schuhgrößen angeboten. Meist sind es Doppelgrößen, sodass es manchmal nicht ganz leicht sein kann, die richtige Größe zu finden. Grundsätzlich sollten Fins weder zu eng noch zu weit bzw. zu groß sein, sondern den Fuß angenehm umschließen. Bei zu kleiner Größe wird die Blutzirkulation gestört und Krämpfe in Zehen, Fußsohle oder Waden sind vorprogrammiert. Sind die Fins hingegen zu groß, reiben und scheuern sie und verursachen schnell schmerzhafte Blasen.

Tipp: Ist die eine Größe zu klein und die nächste ein bisschen zu groß, dann sollte man sich auf jeden Fall für die größere der beiden entscheiden. Flugs in ein Paar dünne Socken geschlüpft und die Fins passen wie angegossen.

Mit Riemen oder lieber ein Schuh?

Da hat jeder seine Vorlieben. Fins mit verstellbaren Halteriemen können unter Umständen besser angepasst werden, wobei jene, die den Fuß wie einen Schuh umschließen sich beim Schwimmen weniger schnell selbstständig machen.

Enorm vielseitig – die Positive Drive Fins von FINIS®

Enorm vielseitig – die Positive Drive Fins von FINIS®

Ein „Mittelding“: Asymmetrische kleine Tritan-Flossen mit Gummibändern an den Fersen verhindern durch ihr weiches Material Scheuer- und Druckstellen und lassen durch die besondere Form den aktiven Rückschlag erfahren. Daher auch unter dem Namen Positive Drive Fins bekannt. Dieser Tausendsassa unter den Fins eignet sich für alle 4 Techniken und ist daher enorm vielseitig einsetzbar. Brustschwimmer werden sie lieben!

Trainieren mit Fins

Wer das Schwimmen mit Fins nicht gewohnt ist, sollte sie step-by-step ins Training einbauen. Bein- und Fußmuskulatur wie auch die Fußgelenke sollten sich langsam an die ungewohnte Belastung gewöhnen dürfen. Meldet sich zu Anfang nach dem Training mit Fins ein wenig Muskelkater und/oder machen die Fußgelenke auf sich aufmerksam, dann hat das nicht unbedingt mit der falschen Wahl der Fins zu tun, sondern schlicht und ergreifend damit, dass sich der Körper mit dem neuen Training anfreunden muss.

Brustschwimmen mit Flossen?

Ja, auch das ist möglich. Wie bereits oben beschrieben, eignen sich die Positive Drife Fins ganz nervorragend auch fürs Brustschwimmen. Daneben wurden aber auch spezielle „Flossen“ nur fürs Brustschwimmen entwickelt, die man wohl besser „Widerstands-Schuhe“ nennen sollte. Für sie gilt noch mehr als für die Fins, gut aufwärmen, bevor man sie einsetzt, folglich nicht sofort mit einer harten Einheit starten. Die Belastung auf die Innenbändern und Menisken wird durch den doch stark erhöhten Widerstand schnell zu hoch mit der Folge von Verletzungen.

Spezielle „Brustschwimmflosse“

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s