Don’t be a Fool in the Pool – vom Umgang miteinander auf der Bahn

Immer schön im Kreisverkehr ... so klappt es auch im größten Gedrängel. Foto: © BilderKiste – MZ

(CvD/bas) Sobald man mit mehreren Schwimmern auf einer Bahn trainiert, gibt es, ähnlich wie im Straßenverkehr, einige Regeln, die man beherzigen sollte. Die Einhaltung einer solchen „Bahnetikette“ erhält die Freundschaft, verhindert, dass sich Arme ineinander verknäueln und lässt schmerzhafte Zusammenstöße erst gar nicht geschehen. Gewusst wie, verhilft sie allen Beteiligten – dem Schwimmer im Becken und selbst dem Trainer „draußen“– zu einem deutlich entspannteren und dabei effektiveren Training. So geht‘s:

  1. Mach dich als Erstes mit den Schwimmern auf deiner Bahn bekannt und erkundige dich, wer wie schnell bzw. wie leistungsstark ist, damit du dich richtig einsortieren kannst – vorneweg die schnelleren, dann die langsameren.
  2. Schwimm im Kreisverkehr und bleib dafür immer auf der rechten Seite der Bahn. So haben alle genügend Platz, auch bei Gegenverkehr. Dazu ein Tipp aus der Praxis: Wird Schmetterling geschwommen, ist es keine schlechte Idee, vom Doppelarmzug kurz ins einarmige Rhythmusschwimmen zu wechseln, wenn dir von der anderen Seite ein Schwimmer entgegenkommt.
  3. Anhalten mitten auf der Bahn – ein absolutes No-Go! Schwimm immer bis zum Ende. Musst oder willst du eine Pause machen, sortiere dich an der Wende sofort seitlich nach rechts oder links und mache Platz für die anderen.
  4. Willst du dich wieder einfädeln, dann stoße dich ab nachdem dein Vordermann seine Wende abgeschlossen hat und halte genügend Abstand (siehe Punkt 6).
  5. Willst du überholen – hab Geduld! Schwimm weder einfach über den Schwimmer vor dir drüber noch versuche ihn mit aller Macht zu überholen. Die Verletzungsgefahr für dich wie aber auch für einen entgegenkommenden Schwimmer ist zu groß. Wenn du überholen willst, berühre deinen Vordermann leicht mit der Hand an seinen Füßen. Das ist für ihn das Zeichen, an der nächsten Wende extrem rechts zu schwimmen oder kurz anzuhalten, um dich vorbeizulassen.
  6. Halte mindestens 5 Sekunden Startabstand ein. Holst du deinen Vordermann dennoch ein … greift Punkt 5. Es nervt ungemein, wenn du einem langsameren Schwimmer permanent in den Füßen hängst, ohne wirklich an ihm vorbei zu wollen oder ihm mit jedem Zug auf die Füße schlägst. Holst du in einer Serie deinen Vordermann ständig ein, dann solltet ihr beim nächsten Abgang die Positionen tauschen oder halte 10 Sekunden Abstand.
  7. Wende immer in der Mitte der Wand. Ziehe dafür kurz vor der Wende in die Mitte der Bahn – vorher vergewissern, dass da auch Platz ist – und stoße dich nach der Wende leicht nach rechts versetzt wieder ab. Nie zur Mitte der Bahn abstoßen, es sei denn du bist auf eine Kollision mit deinem „Hintermann“ scharf. Mit Grips gewendet können so selbst dicht hinter dir schwimmende Teamkameraden noch an der rechten Hälfte der Wand wenden, ohne anhalten zu müssen.
  8. Eine Bahn beginnt und endet immer an der Wand. Trudelst du 1 bis 2 Meter vor ihr aus, nimmst du allen nachfolgenden Schwimmern die Chance, ihr Programm vollständig bis zum Ende zu schwimmen. Warum das wichtig ist? Über Sieg und Niederlage entscheiden im Wettkampf oft nur wenige Sekunden bzw. Hundertstel. Trainiere daher das Finish und den Anschlag. Jedes Mal und immer bis zum Ende der Bahn.
  9. Sei aufmerksam und bei der Sache! Achte auf deine Mitschwimmer. Antizipiere, wann sie dich ein- und überholen werden. Starte bzw. stoße dich nicht von der Wand ab, wenn ein schnellerer Schwimmer gerade wendet. Gib allen die Chance, bis zur Wand zu Ende zu schwimmen. Selbst bei 8 Schwimmern auf der Bahn hat der letzte dasselbe Recht wie der erste.
  10. Lerne nach der Uhr zu schwimmen. Halte Zeiten und Startabgänge bei.
  11. Ändere Intervalle und Abgangszeiten nicht, ohne dich mit den anderen auf der Bahn darüber abzustimmen. Auch der langsamste Schwimmer auf der Bahn sollte die Abgangszeiten mit etwas Pause schaffen können.
  12. Zähle die Bahnen mit und verlasse dich nicht auf die anderen ;-).
  13. Als Startschwimmer deiner Bahn bist du der Kapitän an Bord. Sei startklar, wenn der Trainer das Startsignal gibt. Kenne die Abgangszeiten. Halte nach, wie viele Bahnen ihr bereits geschwommen seid und wie viele Wiederholungen es sein sollen. Beziehe alle anderen mit ein, sodass sich keiner verzählt. Achte darauf, dass jeder die Bahn zu Ende schwimmen kann. Achte weiterhin darauf, dass alle die vorgegebenen Abgangszeiten mit etwas Pause schaffen.
  14. Schaffst du eine spezielle Aufgabe nicht, dann schwimme eine Technikübung oder wechsle die Technik, sodass du innerhalb der Abgangszeiten deiner Gruppe bleiben kannst.
  15. Sinnvoll abkürzen! Das Mittel der Wahl, wenn dir der Umfang zu groß oder die Abgangszeiten zu schnell werden. Das bedeutet: Setze eine Wiederholung aus, kürze die zu schwimmende Teilstrecke ab und steig dann mit neuen Kräften wieder ein.

Es mag einfacher sein, seine Bahnen „solo“ zu ziehen, das Training in der Gruppe hat jedoch enorm viele Vorteile: Mehr Spaß, mehr Ansporn, mehr Herausforderung, ganz zu schweigen von dem inneren Schweinehund, der sich alleine oft nur schwer niederkämpfen lässt. Daher ist es die Mühe allemal wert, einige der wichtigsten „Benimmregeln“ zu verinnerlichen. Erst Trainer, Teamkameraden und natürlich auch die Uhr bringen dich dazu, schneller, stärker und besser zu werden.


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