Welche Schwimmbrille für wen? Teil 2

Die drei Grundformen: Schwimmbrille vom Typ „Schwedenbrille“ (oben links), den Tauchern abgeschaut, die Schwimmmaske (oben rechts) und der „Zwitter“, die Low-Profile-Schwimmbrille mit größerem Sichtfeld (unten).


Die Form

(bas/CvD) Hydrodynamisch, Low-Profil, Gläser klassisch flach oder konisch gekrümmt, eher Maske oder doch lieber eher Brille?  Was ist die richtige Wahl? Richtig oder falsch, das gibt es hier nicht, denn es kommt ganz darauf an, wofür man die Brille braucht.

Beckenschwimmer werden mit einer Art von „Schwedenbrille“ meist glücklich und zufrieden sein. Das kleinere Profil verschwindet in der Augenhöhle, sorgt für wenig Widerstand und hält die Brille daher auch beim Startsprung an Ort und Stelle. Mittlerweile werden so viele „Ableger“ der Schwedenbrille angeboten, dass jeder seine Swedish-Goggle finden sollte.

Freiwasserschwimmer und Triathleten sowie alle, die sich ein größeres Blickfeld wünschen, werden zu Schwimmbrillen mit größeren Gläsern greifen – noch Brille und keine Maske – oder gleich zu den sogenannten Schwimmmasken. Beide besitzen in aller Regel ein weites bis zu 180° reichendes Sichtfeld dank gebogener kegelförmiger Linsen und fast immer ein spezielles System, um das durchweg breitere und stabilere Kopfband schnell und einfach zu justieren. Schwimmmasken tragen sich recht komfortabel, ihre Verwandtschaft mit den Masken der Taucher können sie nicht leugnen, was den „reinen“ Schwimmer vielleicht stören mag, ihre Vorteile im Freiwasser sind jedoch unbestritten:

  • großes Sichtfeld,
  • geringere Verletzungsgefahr im Freiwassergetümmel aufgrund der großen Gläser.

Die Gläser – klar, farbig oder verspiegelt?

Auch hier ist einmal mehr zuerst die Frage zu beantworten: „Wofür brauche ich die Brille? Wo setze ich sie ein?“ Klare, helle Brillengläser sind sicherlich fürs Schwimmen in der Halle die erste Wahl, abgedunkelte oder auch verspiegelte Brillengläser sehen nicht nur „cool“ aus, sondern sorgen im Freibad oder Freiwasser für blendfreie Sicht. Zwischen „klar“ und „verspiegelt“ gibt es allerdings noch mehr.



Anti-Fog, Anti-UV, Anti-Scratch

Drei Merkmale, die keiner modernen Schwimmbrille bzw. -maske fehlen sollten. Mit Anti-Fog bezeichnet man die Spezialbehandlung der Gläser, die das lästige Beschlagen verhindern, zumindest eindämmen helfen soll. Anti-UV macht das, was es sagt: diese Beschichtung schützt das Auge vor schädlichen UV-Strahlen. Anti-Scratch wird der Kratzschutz genannt, der letztlich mit verhindern hilft, dass die Anti-Beschlag- sowie die UV-Schutz -Behandlung nicht durch kleine Kratzer beschädigt wird, sondern möglichst lange hält.

Trotz aller Vorsicht kann der Anti-Beschlagschutz  mit der Zeit nachlassen. Bevor man nun entnervt gleich eine neue Brille kaufen geht … für solche Fälle gibt es spezielle Sprays oder Tropfen, die für einen neuen Beschlagschutz  sorgen. Es geht aber auch anders.

Methode 1:
Viele schwören auf das sogenannte Einspeicheln der Gläser. Dazu die Gläserinnenseiten mit der Zunge einspeicheln und ohne Spülen aufsetzen. Bei Bedarf im Training das Ganze einige  Male wiederholen. Der Beschlagschutz wird von Mal zu Mal besser.

Methode 2:
Ein Tropfen mildes Duschgel oder Spülmittel in die Gläser geben, schwenken, etwas verlaufen lassen, eventuell ganz vorsichtig und leicht verreiben. Dann mit klarem Wasser ausspülen und trocknen lassen.

Schwimmbrillen für Kinder

So gut wie alle Hersteller bieten Schwimmbrillen wie auch Schwimmmasken an, die speziell für das Kindergesicht entwickelt wurden. Der im Vergleich zum Erwachsenenmodell kleinere Rahmen ist bei Masken wie auch bei Schwimmbrillen durchweg einteilig. Rahmen sowie Dichtungen sollten aus weichen, biegsamen und hypo-allergenen Materialien – beispielsweise Silikon oder TPR – gefertigt sein.
Das Auge generell und das Kinderauge insbesondere ist empfindlich, hier sollte man keinesfalls am falschen Ende sparen. Unzerbrechliche verzerrungsfreie Polycarbonat-Linsen mit UV-Schutz  und eine Antifog-Beschichtung für eine klare Sicht sind ein Muss. Wichtig ist ebenfalls, dass sich die Kinderbrille oder -maske leicht und einfach verstellen lassen – am besten gleich auch vom Schwimmnachwuchs selbst.

In 4 Schritten zur passenden Brille

1. Klären, wofür man die Brille braucht. Entscheidend ist der häufigste Einsatzort: Hallen- oder Freibad, Freiwasser …, für Training oder Wettkampf …?
2. Wenn irgend möglich, die Brille bereits vor dem Kauf testen, sprich anprobieren.
3. Dazu die Brille auspacken und dann die Brillengläser mit beiden Händen auf die Augenpartie lediglich andrücken. Saugt sich die Brille so ein paar Sekunden fest und bleibt bereits von alleine sitzen, ohne das Kopfband übergestreift zu haben, ist das schon die halbe Miete.
Ploppt“ bei diesem Test ein Glas schnell wieder ab oder fällt gleich die ganze Brille herunter, kann dies generell an der Passform der Brille oder auch nur an dem Abstand zwischen den Gläsern liegen. Ist Letzteres bei Brillen mit einteiligem Rahmen oder bei den grundsätzlich einteiligen Schwimmmasken der Fall, bleibt nichts übrig, als zum nächsten Modell zu greifen.
Bei Schwimmbrillen mit auswechselbaren Nasenstegen lässt sich hingegen der Abstand der Gläser individuell einstellen, und das Problem ist u. U. schnell gelöst. Hilft das nichts, scheinen Brille und Schwimmer wohl tatsächlich nicht zusammenzupassen.
Hat die Brille jedoch bis hierhin den Test bestanden, geht’s weiter mit Schritt 4.
4. Nun das Kopfband überstreifen. Drückt daraufhin nichts unangenehm auf Nasenrücken, Jochbein und/oder Schädelknochen, dürfte die passende Brille gefunden sein. Zwickt es dennoch irgendwo, muss eventul nur das Kopfband nachjustiert oder vielleicht auch noch einmal der Nasensteg ausgewechselt werden. Sitzt jetzt alles angenehm? Heureka, die richtige Brille ist gefunden.

Auch Schwimmbrillen und -masken möchten gepflegt werden

Hat man endlich seine Brille bzw. Maske gefunden, dann möchte man natürlich auch möglichst lange Freude an ihr haben. Die gute Nachricht: Viel ist dafür wirklich nicht zu tun. Die folgenden Pflegetipps sollte man aber beherzigen:

  • Brille oder Maske nach jedem Schwimmen reinigen – am besten mit klarem, chlorfreien Wasser ausspülen und an der Luft trocknen lassen.
  • Keinesfalls mit einem Handtuch o.Ä. trockenreiben. Schon kleinste Staubpartikel können Kratzer auf den Gläsern verursachen und dadurch deren Beschichtungen – Antifog, UV-Schutz und/oder Verspiegelung – beschädigen.
  • Aus gleichem Grund auch möglichst wenig mit den Fingern auf den Linsen „herumfahren“. Brille immer nur am Rahmen bzw. am Gläserrand anfassen. So bleibt sie außerdem vor Hautfett oder Sonnenschutzmitteln verschont.
  • Gummi- und auch Silikondichtungen mögen die pralle Sonne nicht so besonders: Gummi kann porös und dadurch undicht werden, Silikon verfärbt sich und kann verhärten, wodurch ebenfalls die Dichtigkeit leidet.
  • Zum Transport und Schutz der Schwimmbrillen eignen sich die Hartplastikboxen in denen sie zum Verkauf angeboten werden. Manch einer spendiert seiner Brille aber auch eine weiche Hülle. Hier ein Tipp für Bastler: ein ausgedienter Waschlappen mit eingenähtem Zugband wird zum idealen Schutz- und Transportbeutel. Da macht’s auch nichts, wenn die Brille noch etwas nass weggepackt wird. Einige Firmen legen aber auch gleich einen kleinen Beutel bei.
  • Und wenn sie trotz allem Anti-Fog beschlägt? Siehe oben.
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