Sauermilchkäse fördert Muskelregeneration

Copyright: © Sauermilchkäsebrot - Käserei Loose

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Köln, Deutsche Sporthochschule (CvD) Gezielte Proteinzufuhr nützt nicht nur im Kraftsport, sondern auch im Ausdauersport, wobei hier die Muskelregeneration nach Belastung im Vordergrund steht und nicht die Zunahme an Muskelmasse. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die zusätzliche Aufnahme von Proteinen die bereits bekannten Effekte kohlenhydrathaltiger Getränke bezüglich der Muskelregeneration positiv beeinflusst und verstärken kann. Diskutiert wird hierzu der wahrscheinliche Kombi-Effekt von Kohlenhydraten und Proteinen auf den Insulinspiegel.

Hintergrund: Man weiß, dass nach einer Ausdauerbelastung die Aufnahme von Kohlenhydraten zu einem deutlichen Anstieg des Insulinspiegels führt. Insulin senkt nun aber nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern kurbelt gleichzeitig die körpereigene Proteinsynthese an und soll auf diese Weise auch die Regeneration der Muskulatur des Ausdauersportlers anregen. Ganz bestimmt, wenn der Körper in dieser Phase Unterstützung durch proteinreiche Nahrung erfährt.

Studien mit Leistungssportlern, die kohlenhydratreiche Getränke versetzt mit Molkenproteine (engl. whey protein) zu sich nahmen, zeigten, dass der Insulinspiegel stärker anstieg als bei der reinen Gabe von Kohlenhydraten und die Muskelregeneration verbessert schien. Was, wenn man diesen Effekt auch durch eine natürliche Ernährung erzielen könnte – wenigstens für den Breitensport?

Das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) ging dieser Frage nach und wollte wissen, ob die Zufuhr von Kohlenhydraten und Proteinen durch das Essen von Weißbrot und Sauermilchkäse positive Auswirkungen auf die muskuläre Regenration nach Ausdauerbelastungen hat.

Kurze Antwort: „Ja!“ Die Einschränkung: Für den Breitensportler reicht das Sauermilchkäse-Brot unmittelbar nach der Belastung erst einmal aus, um seine Muskulatur zu schützen und sich schneller zu erholen, beim Hochleistungssportler ist dieser Effekt hingegen nicht mehr so intensiv. Er wird von Fall zu Fall supplementieren müssen und dann doch zu entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

So wurde untersucht

Eine Stunde vor der Belastung (10 km Lauf auf der Bahn mit einer Geschwindigkeit von 80 % an der anaeroben Schwelle) gab es für die Testläufer ein so genanntes standardisiertes Frühstück. Es wurden insgesamt drei Durchgänge durchgeführt.

  1. Durchgang: Nach Belastung 5 Stunden keine Nahrungszufuhr.
  2. Durchgang: Unmittelbar nach Belastung Zufuhr von 80 g Kohlenhydraten in Form eines Weißbrotes.
  3. Durchgang: Unmittelbar nach Belastung Zufuhr von 40 g Kohlenhydraten in Form eines Weißbrotes und 30 g Eiweiß über Sauermilchkäse. (Kalorienmenge bei Durchgang 2 und 3 annährend gleich)

Ergebnisse

  • Die Belastung eines 10 km Laufs führte bei nicht spezifisch ausdauertrainierten Probanden zu einem deutlichen Anstieg der Kreatinkinasewerte (CK) im Blut. Zur Erklärung: CK ist ein Enzym, das im Rahmen der Energiegewinnung normalerweise im Inneren der Muskelzellen seine Arbeit verrichtet. Bei Schädigung der Muskelzellen – z.B. durch hohe Belastung – gemangt CK jedoch ins Blut und gilt daher als eindeutiger Marker für Muskelschädigungen = Muskelkatergefühl.
  • Die CK-Werte nach dem Laufen waren tendenziell dann am höchsten, wenn die Probanden keine Nahrung zu sich nehmen und 6 h nüchtern blieben. Die alleinige Aufnahme von Brot verminderte den Anstieg der CK-Werte. Der niedrigste Anstieg der CK-Werte ließ sich nach dem Verzehr von Sauermilchkäse auf einem Weißbrot feststellen.
  • Bei den spezifisch ausdauertrainiertem Probanden (Marathonläufern) war dieser Effekt bei einer vergleichbaren Intensität nicht zu beobachten.
  • Die Aufnahme von Kohlenhydraten direkt nach dem Laufen in Form von Brot lässt den Insulinspiegel deutlich ansteigen. Das ist auch nach dem Konsum des Käsebrotes der Fall. Hier gibt es zwischen Käsebrot und Brot keinen Unterschied.
  • Der Blutzuckerspiegel sinkt nach dem Essen des Käsebrotes signifikant stärker ab, als nach Brot oder nüchtern.
Blutzucker + Insulinspiegel DSHS-Untersuchung Sauermilchkäse

© Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin

 

Muskelschädigung Untersuchung DSHS Sauermilchkäse

© Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin

 


Bildnachweis

Foto: Sauermilchkäsebrot – Käserei Loose;
Diagramme: Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin

Quellenangabe

Studie der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin: „Einfluss einer nutritiven Aufnahme von Sauermilchkäse auf die Muskelregeneration nach Ausdauersport“; Jonas Hengevoss, S. Geisler, Duc LeViet und Patrick Diel

 

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