Kurioses und Spannendes aus der Geschichte des Schwimmsports

Ausschnitt aus der etwa 8000 Jahre alten Felsmalerei von Gilf Kebir mit einem der Schwimmer. © Roland Unger

(bas/CvD) Die Geschichte des Schwimmens ist wahrscheinlich so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Spätestens jene unter unseren Vorfahren, die in direkter Nachbarschaft von Flüßen, Seen oder dem Meer aufwuchsen, wagten erste vorsichtige Schritte ins Element Wasser. Schwimmen war für sie mit Sicherheit nicht nur Spaß und Freude an der Bewegung, sondern auch überlebensnotwendig.

Hier ein paar, zugegeben recht subjektiv, ausgewählte „Meilensteine der Schwimm-Geschichte“, die auf keinen Fall vollständig sind und die sicherlich nicht unbedingt dazu beitragen, dass du schneller schwimmst, aber dir hoffentlich dennoch etwas Spaß beim Lesen bereiten:

• Der wohl älteste Hinweis auf das Schwimmen stammt aus der Steinzeit. Es handelt sich um eine etwa 8000 alte Felsmalerei, die man in einer Höhle des Gilf Kebir in der Lybischen Wüste entdeckte. Alle eingefleischten Brustschwimmspezialisten wird es ein Grinsen aufs Gesicht zaubern – die abgebildeten Schwimmer führen einen Gleichschlag aus – das könnte also eine Art des Brustschwimmens gewesen sein.

• Schwimmen gehörte in der Antike zum guten Ton rsp. zur umfassenden Bildung der jungen Ägypter, Griechen und Römer. Nicht schwimmen zu können, war gleichbedeutend mit nicht lesen zu können. Und auch die Frauen lernten das Schwimmen.

• Auch die Germanen waren gute Schwimmer. Sie nutzen ihre Schwimmkunst u.a. erfolgreich im Kampf gegen die Römer und badeten zu jeder Jahreszeit, auch im frostigen Winter.

• 1669 wurde das erste Buch über die Kunst des Schwimmens „L’art de Natation“ von dem französischen Naturforscher Melchisédech Thévenot verfasst. Ihm haben wir es unter anderem zu verdanken, dass das Brustschwimmen lange Zeit als erste Schwimmtechnik gelehrt wurde.

• 1774 wurde in Frankfurt am Main die erste Badeanstalt in Deutschland eröffnet.

• Schwimmen als Wettkampfsport haben wir aller Wahrscheinlichkeit nach den Briten zu verdanken. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Hallenbäder in London und die National Swimming Society legte die ersten Wettkampfregeln fest.

• Nicht lange danach, wurde 1837 in Berlin der erste deutsche Schwimmverein gegründet, die Wasserfreunde Berlin.

• Das Hand-über-Hand-Schwimmen, auch Trudgen-Stil benannt, nach seinem „Erfinder“ John Trugen, wird heute als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des modernen Schwimmens betrachtet. Trudgen, in London geboren und in Argentinien aufgewachsen, übernahm diesen Hand-Über-Hand-Schwimmstil von südamerikanischen Indianern und gewann so 1875 die englische Meisterschaft über 100 Yards in 1:16 Das Trudgen-Schwimmen wird als Vorläufer des heutigen Kraulschwimmens angesehen.

• Die ersten olympischen Schwimmwettbewerbe fanden noch in offenen Gewässern statt. Im Mittelmeer bei Piräus (Athen 1896), in der Seine (Paris 1900) oder in einem See (St. Louis 1094). Erst 1908 in London baute man für die Schwimmer einen Pool – in 100 m Länge!

• Seit 1912 nehmen auch Frauen an den olympischen Schwimmwettbewerben teil.

• Gertrud Ederle (USA), Bronzegewinnerin in Paris 1924 über die 100 m Freistil, durchquerte zwei Jahre später als erste Schwimmerin der Welt den „Kanal“ zwischen England und Frankreich und war dabei um zwei Stunden schneller als der bis dahin schnellste Mann.

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