Vegetarische Ernährung im Sport?

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(CvD/bas) Was haben Dinosaurier und Sportler gemeinsam? Beide brauchen Fleisch … wirklich? Na ja –, gab es nicht auch Vegetarier unter den Dinosaurier? Aber selbst mit denen würde ich mich nicht anlegen wollen 😉

Den nicht ganz so ernst gemeinten Dinosauriervergleich mal beiseite gelegt, momentan gibt es eine Vielzahl an Athleten, die sich vegetarisch bzw. fleischlos ernähren. Der Hype um bewusste Ernährung macht eben auch vor Leistungssportlern keinen Halt.

Wie bei jeder Ernährungsform (Diät) hat der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel allerdings immensen Einfluss einerseits auf den Körper und andererseits natürlich auch auf den gesamten Lebensstil. Für den Fall, dass du mit der vegetarischen Ernährungsweise liebäugelst, vielleicht bereits umgestellt hast oder du einfach nur neugierig bist – lass uns die Vor- und Nachteile einer fleischlosen Ernährung einmal ein wenig unter die Lupe nehmen.

Vegetarische Ernährung und Sport? Aber ja!

Viele sind immer noch der festen Überzeugung, dass eine vegetarische Ernährung mit Leistungs- bzw. Hochleistungssport nicht zu vereinbaren sei. Diesen Schwarzmalern sei gesagt, dass dies so nicht stimmt.

So kommen fast alle Experten überein, dass bei sorgfältiger Planung einer ausgewogenen und somit nährstoffreichen vegetarischen Ernährung nichts im Wege steht – auch nicht beim Leistungssportler. Wenn du also willens bist, die Zeit und den eventuellen Mehraufwand, die das Leben als Veggie mit sich bringt, zu investieren – „go for it!“ Es gibt so viele wunderbare Rezepte und herrliche Ideen für eine abwechslungsreiche vegetarische Ernährung. Sie sind zudem richtig lecker und versorgen dich mit allem, was du und dein Körper brauchen.

Pflanzliche Eiweißquellen nutzen
Eines der Argumente gegen eine fleischlose Ernährung beschreibt die Gefahr einer Unterversorgung mit Eiweißen und einigen anderen nur im Fleisch enthaltenen Nährstoffen, die der Körper für die Reparaturvorgänge während der Regeneration essentiell benötigt. Dem kann recht einfach abgeholfen werden. Die Natur stellt uns nämlich eine Menge an pflanzlichen Eiweißquellen zur Verfügung – wie zum Beispiel Reis, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu … die Liste ist noch lang. Diese Produkte solltest du versuchen, vermehrt in deine Mahlzeiten einzubauen, sie sind wichtige und gute Eiweißlieferanten.

Vegetarisch heißt nicht vegan
Militante Vegetarier werden bei der Aufzählung von „Eier“ aufgeschrieen haben: „Eier sind nicht vegetarisch!“ Richtig, wir reden hier und heute ja auch eher von einer fleischlosen Ernährung und nicht von radikaleren vegetarischen Ernährungsweisen bei denen auch Eier und Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen werden. Wir reden auch nicht von „vegan“, denn das würde den Verzicht auf alle Produkte tierischen Ursprungs bedeuten.

Dass eine vegetarische Lebensweise mit Sport sehr gut zu kombinieren ist, beweisen seit Jahren weltweit unzählige erfolgreiche Sportler, wie etwa die US-Schwimmerin Katie Ziegler oder auch der Weltmeister über 200 m Brust, Marco Koch. Die 11-malige Olympiamedaillengewinnerin, Natalie Coughlin, hat zwar Fleisch nicht komplett gestrichen, isst aber sehr, sehr wenig Fleisch. Oder die Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams, sie sind ebenfalls bekennende Vegetarierinnen.

Was vielleicht dagegen sprechen könnte

Sein Leben auf „vegetarisch“ umzustellen, fällt vielleicht nicht nur schwer, weil es dann heißt, auf saftige Steaks, zarte Hühnchen etc zu verzichten, du musst oft auch mehr Zeit für die Vor- und Zubereitung deiner Speisen einplanen.

Wenn pflanzliches Eiweiß eventuell nicht genügt
Du solltest auf jeden Fall aber noch genauer über die Nährwerte und Inhaltsstoffe deines neuen Ernährungsplans Bescheid wissen. Denn der Verzicht auf Fleisch bedeutet ganz klar, dass dein bisher wichtigster Eiweißlieferant wegfällt. Vielleicht genügen dir die Quellen pflanzlicher Proteine nicht. Hier musst du unter Umständen supplementieren, sprich nach Ergänzung suchen.

Sportlerinnen sollten beispielsweise auf ihren Eisenhaushalt achten, der aufgrund des Fleischverzichtes schnell zu gering sein kein, denn rotes Fleisch ist der wichtigste Eisenlieferant. Auch bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase sollte man mehr als nur ein Auge darauf haben, dass sie mit allem versorgt werden. Dann ist einer vegetarischen Ernährung nichts entgegen zu wenden.

Sport und vegetarische Ernährungsweise passen grundsätzlich gut zueinander

Eine vegetarische Ernährung bringt leistungstechnisch keine Nachteile mit sich, so lange du dich um angemessene Alternativen zu den tierischen Eiweiß- und Nährstofflieferanten kümmerst. Höre zudem auf deinen Körper. Wenn du eine vegetarische Ernährung einmal ausprobieren möchtest, spricht nichts dagegen. Im Gegenteil, probiere es einmal 14 Tage lang aus, es kann wie eine Frischzellenkur wirken.

Höre auf den Körper – und auf den Ernährungsmediziner
In Abhängigkeit zur genetischen Veranlagung, der Umwelt, der aktuellen Belastung von Physis und Psyche kann es jedoch durchaus angeraten sein, trotzdem wenigstens ab und an Fleisch zu essen.

Möchtest du dich längerfristig auf eine vegetarische Ernährungsweise umstellen wollen,  solltest du dich daher im Vorfeld mit einem Ernährungsmediziner zusammensetzen – zumindest, wenn du dich im Bereich des Leistungs- und Hochleistungssport bewegst. Ganz wichtig ist in der Anfangsphase penibel festzuhalten, wie dein Körper, dein Geist und dein gesamtes Leistungsvermögen auf diese Umstellung anspricht, um so möglichen Mangelerscheinungen schnell auf die Schliche zu kommen.

Bildnachweis
© http://www.reishunger.de

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