Was tun, wenn’s Chlor zwickt und beißt?

Wenn's Chlor zwickt und beisst

(CvD/bas) Es liegt in der Natur der Dinge, dass Schwimmer sich bei Ausübung ihres geliebten Sportes wohl oder übel in gechlortem Wasser tummeln. Meistens jedenfalls … einige haben vielleicht das Glück, Zugang zu Schwimmbäder zu haben, die das Wasser mit Ozon versetzen oder mit einer Mischung aus Süß- und Salzwasser arbeiten. Der Regelfall ist das jedoch nicht.

Gechlortem Schwimmbadwasser werden einige Gesundheitsrisiken nachgesagt, die nicht wirklich wissenschaftlich bewiesen sind, wobei ein paar Unannehmlichkeiten definitiv nicht von der Hand zu weisen sind. Gereizte Atemwege, die berühmten Kaninchenaugen, wenn man längere Zeit in solchem Wasser ohne Schwimmbrille unterwegs ist, die ausgetrocknete Haut juckt am ganzen Körper, die Haare werden strohig … dies nur einige Beispiele.

Warum eigentlich Chlor?

Wo viele Menschen ein und dasselbe Wasser nutzen, liegt es nahe, dass einiges an Schmutz und Verunreinigungen ins Wasser gelangen, darunter auch Bakterien und Krankheitserreger. Darum sind in Deutschland öffentlich genutzte Schwimmbäder verpflichtet, eine bestimmte Menge Chlor dem Wasser zuzusetzen. Diese Menge hat einen Grenzwert, der die Nebenwirkungen so gering wie möglich halten soll.

Wie Chlor wirkt

Das zur Desinfektion eingesetzte Chlor kann sich im Wasser mit Keimen und anderen organischen Stoffen verbinden, macht dadurch Bakterien unschädlich und tötet mögliche Krankheitserreger ab. Allerdings, es gibt auch Nebenwirkungen. Denn wenn sich im Wasser gelöstes Chlor mit organischen Stoffen verbindet, entstehen Chloramine. Dieses gebundene Chlor kann die Schleimhäute angreifen und die Atemwege reizen. Riecht die Luft in einem Schwimmbad stark nach Chlor, ist das also nicht das Chlor selbst, sondern es sind die Chloramine. Starker Chlorgeruch ist demnach ein Indikator für jede Menge gebundenes Chlor, das sich in dieser Form in der Luft befindet. Und das bedeutet … hier ist einiges an Verunreinigungen unterwegs.

So ganz kann man sich dem allem als fleißiger Schwimmer nicht entziehen. Es gibt aber ein paar Tips und Maßnahmen, die helfen, die Begleiterscheinungen in Grenzen zu halten.

Das hilft

1. Achte auf deinen Vitamin-C-Haushalt – Vitamin C soll unterstützend helfen, die Beanspruchung des Körpers durch Chlor zu reduzieren bzw. besser gegenhalten zu können.

2. Möglichst im Freien schwimmen – zumindest in der Sommerzeit, wenn die Freibäder geöffnet haben. Ein Großteil der Atembeschwerden oder manchmal auch allergischen Reaktionen, über die einige Schwimmer klagen, haben mit den Chloraminen in der Luft zu tun. Insbesondere in schlecht belüfteten Hallenbäder schlägt einem diese typische chlorgeschwängerte Luft entgegen, sobald man die Halle betritt. Im Freien kann diese natürlich viel besser abziehen.

3. Schütze Haare und Augen – schütze deine Augen mittels einer gut sitzenden Schwimmbrille und trage zum Schutz deiner Haare eine Badekappe. Erstere verhindert rote, gereizte Augen, zweitere hält zwar das Wasser nicht komplett ab, verringert dennoch den permanenten Kontakt von Chlorwasser und Haare deutlich.

4. Lotions und Shampoos – mittlerweile gibt es eine Vielzahl an speziellen Shampoos und Duschmitteln. Sie machen nicht nur Schluss mit dem trockenen, juckenden Gefühl auf der Haut und dem trockenen, strohigen Haar, indem sie Chlor-, Brom- und Salzrückstände neutralisieren und sie sanft aber vollständig von der Haut waschen – selbst der unangenehme typische Chlorgeruch wird vertrieben. Spezielle Konditioner und Körperlotions vervollständigen das Pflegeprogramm, indem sie Haut und Haare mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgen, die durch das Chlorwasser entzogen wurden.

5. Nach jedem Schwimmen duschen – auch wenn die Trainingseinheit noch so hart und anstrengend war … duschen muss einfach sein. Die Versuchung, sich nur noch schnell abzutrocknen und dann nichts wie ab nach Hause auf die Couch, mag noch so groß sein. Haut und Haare danken es dir, wenn du sie nach dem Schwimmen vom Chlor befreist. Angenehmer Nebeneffekt – den speziellen Duft, das „Eau de Chlorine“, wirst damit auch besser los.

Erkundige dich aber, ob in den Duschen wirklich Frischwasser genutzt wird. In manchen Bädern kommt aus den Duschen nämlich das gleiche Wasser, wie das, was du im Becken vorfindest. In diesen Fällen hilft die Dusche natürlich herzlich wenig. Dann ist der Gang unter die heimische Dusche gefragt.

6. Ein vielleicht etwas ungewöhnlicher Rat – hast du das Gefühl, dass in deinem Schwimmbad der Chlorgehalt zu hoch ist, frage beim Schwimmbadpersonal doch einfach mal nach. Manchmal reichen bereits kleine Dosierungsänderungen des Chemikalienmixes, um die Belastung für den Schwimmer erträglicher zu machen, ohne dabei auf die Schutzwirkung gegenüber Keimen etc. verzichten zu müssen. Mehr Gewicht bekommt eine solche Bitte bzw. Nachfrage natürlich, je mehr Schwimmgäste sich diesem Wunsch anschließen und den Schwimmmeister darauf aufmerksam machen.

Bildnachweis
© Design 2016 BOOKS&MORE, Monika Zilliken unter Verwendung von Fotomaterial von © AMANZI swimwear, Robina DC Qld, Australia

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